Insektenhotel

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Oder können Bienen lesen?

Vor ein paar Monaten mussten wir einen kleinen Kirschbaum im Garten fällen. Es war ein kleines Bäumchen und absägen trifft es vielleicht eher. Zum Verhängnis wurde ihm vermutlich die Hecke, die direkt daneben steht. Denn irgendwann wuchs er einfach nicht mehr weiter. Kurz zweifelte ich an meinem grünen Daumen, aber so etwas passiert immer mal wieder: Pflanzen oder Bäume gehen ein.

Den Stamm haben wir in Stücke geschnitten, etwa 40 cm lang. Klar, als Kaminholz eignet sich Kirschholz sicherlich auch, den Kamin dazu haben wir aber nicht. Damit lässt sich doch bestimmt noch was bauen, so dachte ich sofort. Die Idee eines Insektenhotels kam mir, als ich las, dass man dafür Hartholz nehmen sollte. Weicheres Holz wie Kiefer ist dafür eher nicht geeignet. Nur, würde der Durchmesser des Stammes ausreichen? Es ist eben nur ein kleines Bäumchen gewesen.

Und, in welche Seite müssen die Löcher denn nun gebohrt werden? In den Stamm, also da wo auch die Rinde ist? Oder doch in die aufgeschnittene Fläche, wo man die Jahresringe sieht? Im Internet gab es dazu immer wieder unterschiedliche Informationen. Ich war etwas verwirrt und wollte das ganze eigentlich schon wieder sein lassen.

Am Ende entschied ich mich dann aber doch fürs weitermachen und wir legten los. Mit der Bohrmaschine, und eigentlich sollte man Holzbohrer nehmen (wir haben aber Stahlbohrer genommen, funktionierte auch), haben wir ein paar Löcher in die Außenseite gebohrt. Die Rinde sollte eigentlich entfernt werden, vermutlich damit sich die Insekten nicht daran verletzen. Das haben wir teilweise auch gemacht. Das Kirschholz macht dem Namen Hartholz aber alle Ehre. Weder die Rinde ließ sich leicht entfernen, noch die Löcher leicht bohren.

Insektenhotel
Unterschiedlich große Löcher in dem Kirschholz, links daneben das gekaufte Hotel

Perfekt ist das alles nicht geworden, da das Leben aber ja immer wieder aus Kompromissen besteht, habe ich den Kirschstamm einfach hingestellt und gewartet. Zwischenzeitlich hatte ich dann im Internet ein kleines Bienenhotel bestellt. Nun standen beide nebeneinander. Tja, Geduld braucht man ja schon irgendwie, denn die Bienen wollten nicht so recht einziehen. Obwohl auf dem gekauften Insektenhotel extra drauf stand: Bee welcome.
Vielleicht können sie nur kein Englisch?

Dafür entdeckte ich aber vor der Haustür kleine Sandhaufen in den Fugen zwischen den Steinen. Schnell holte ich meine Kamera und legte mich auf die Lauer. Wenn das mit dem Hotel schon nicht klappt, dann wenigstens Bienen im Sand. Bei meiner Recherche stellte ich dann aber fest, dass es sich dabei wohl eher um eine Wespe handelt. Aber das ist mir eigentlich egal. Ich finde es trotzdem spannend sie zu beobachten und zu gucken, was sie so macht.

Vielleicht ist es eine Grabwespe, die sich hier im Sand ein paar Löcher gegraben hat

Kurz darauf entdeckte ich dann, dass die erste Röhre des Kirschbaumstammes schon bewohnt zu sein schien. Ein kleines grünes Blattstück versperrte eine der Öffnungen. Da ich diese Biene nicht gesehen habe, vermute ich mal dass es sich um eine Blattschneidebiene handelt.

Kurz danach sah ich dann eine winzig kleine Biene, vielleicht 5 mm groß, in einem der kleinsten Löchern verschwinden. Hah, eine neue Bewohnerin. Sie ist schwarz und hat eine gelbe Unterseite. Lustig sieht es aus, wenn sie rückwärts „einparkt“ oder an einem eher nicht so schönem Tag nur ganz leicht den Kopf rausstreckt und in der Röhre sitzen bleibt und tja, sich aufwärmt oder den Ausblick genießt. Wer weiß das schon? Auf jeden Fall fühlt sie sich gestört, wenn ich mich nähere, um sie genauer zu beobachten. Verängstigt oder beleidigt zieht sie sich dann weiter in die Röhre zurück. Ok, verstanden. Wer möchte das schon gerne, so von nahem beobachtet werden.

Es könnte eine Löcherbiene sein, die hier auf der Färberkamille sitzt

Am Ende möchte ich noch ein Foto von einer Bremse zeigen. Erst dachte ich, das wäre auch eine Biene. Elke von guenstig-gaertnern.blogspot.com hat sich netterweise mal das Foto angeguckt und mir geschrieben, dass es eine Bremse sein könnte, vielleicht ja eine Pferdebremse. 2-3 cm groß ist sie, war schon recht beeindruckend. Zum Glück schien sie nicht agressiv zu sein, saß nur ganz still auf dem Holzzaun in meinem Garten.

Kategorien: Im Garten

1 Kommentar

kleiner-staudengarten · August 7, 2021 um 6:45 am

Liebe Gabi,
ich find es auch immer wieder spannend Insekten im Garten zu beobachten und oft kenne ich sie auch nicht beim Namen. Aber nichts desto trotz freue ich mich, wenn es hier summt und brummt.
Das wünsche ich dir für dein feines Stammhotel ebenfalls.
Lieben Gruß, Marita

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